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Dienstleistungen

Geodaten; Erwerb
Beschreibung

Unsere Umwelt ändert sich permanent. Die aktuelle Dokumentation unseres Lebensraumes in Karten, Luftbildern und im Liegenschaftskataster ist Aufgabe der Bayerischen Vermessungsverwaltung. Sie erfasst die Geobasisdaten, beschreibt sie in Informationssystemen und stellt sie in Karten dar.
Einheitlichkeit, Flächendeckung und hohe Aktualität für ganz Bayern sind die Qualitätsmerkmale der amtlichen Geobasisdaten der Bayerischen Vermessungsverwaltung.

Die nachfolgenden Produktbeschreibungen geben einen Überblick über die Vielzahl der unterschiedlichsten Geodaten der Bayerischen Vermessungsverwaltung:

  • Amtliches Liegenschaftskataster
    Das Liegenschaftskataster ist das amtliche Verzeichnis, nach dem Grundstücke im Grundbuch bezeichnet werden. Es ist der einzige, ständig aktualisierte und flächendeckende Nachweis aller Liegenschaften in Bayern. Die Grundstücke und Gebäude werden im Liegenschaftskataster beschrieben und grafisch dargestellt. Es gibt Auskunft über Gestalt, Größe, Grenzen und örtliche Lage der Liegenschaften sowie über die Art und Abgrenzung der Nutzung. Zudem enthält es die rechtskräftig festgestellten Bodenschätzungsergebnisse.
    Die Digitale Flurkarte (DFK) ist der grafische Teil des Liegenschaftskatasters.
    Das Automatisierte Liegenschaftsbuch (ALB) ist der beschreibende Teil und enthält Angaben zum Eigentümer. Zuständig für die Führung des Liegenschaftskatasters sind die Ämter für Digitalisierung, Breitband und Vermessung. Derzeit werden die DFK und das ALB im Amtlichen Liegenschaftskataster-Informationssystem (ALKIS®) zusammengeführt. Die stufenweise Einführung von ALKIS® ist bis Ende 2015 abegeschlosssen.

  • Tatsächliche Nutzung (TN)
    Die Tatsächliche Nutzung (TN) beschreibt, wie Grund und Boden vor Ort aktuell genutzt werden. Die Tatsächliche Nutzung unterteilt sich nach den vier bundesweit einheitlichen Obergruppen Siedlung, Verkehr, Vegetation und Gewässer.

  • Bodenschätzungsdaten
    Die Daten der Bodenschätzung geben Aufschluss über Bodenart, Beschaffenheit und Ertragsfähigkeit des Bodens. Sie werden durch die "Amtlichen Landwirtschaftlichen Sachverständigen" an den Finanzämtern erhoben und an die Bayerische Vermessungsverwaltung weitergegeben.

  • 3D-Gebäudemodelle
    Ein automatisch abgeleitetes dreidimensionales Gebäudemodell im Level of Detail 1 (LoD1), auch "Klötzchenmodell" genannt, liegt flächendeckend für ganz Bayern vor. Im Gebäudemodell LoD1 wird jedes der 8,5 Mio. Gebäude als Klötzchen mit Flachdach dargestellt. Die Grundrisse entsprechen exakt der Geometrie der im Liegenschaftskataster geführten Gebäude. Die Gebäudehöhe wird zum großen Teil aus Daten von Laserscanning-Befliegungen bestimmt.
    Ab 2013 wird zudem das LoD2 Modell stufenweise eingeführt, in dem die "Klötzchen" um tatsächliche Dachformen mit First- und Trauflinien ergänzt werden.

  • Hauskoordinaten
    Hauskoordinaten (auch: georeferenzierte Adressen) ordnen jeder Gebäudeadresse ihre exakte Koordinate zu (Straße, Hausnummer, PLZ, Ort; ohne Angabe eines Eigennamens). Grundlagen zur Erfassung der Hauskoordinaten sind die exakten Gebäudegrundrisse aus dem Liegenschaftskataster sowie die Postleitzahlen der Deutschen Post AG. Die Bayerische Vermessungsverwaltung hält mehr als 3 Millionen aktuelle Hauskoordinaten bereit.

  • Digitales Landschaftsmodell (DLM)
    Das Digitale Landschaftsmodell (DLM) beschreibt die Erdoberfläche in strukturierter Form. Es enthält ausgewählte Bestandteile (Objekte) der Topographischen Karten nach einem bundesweit einheitlichen Katalog. Jedem Objekt werden seine geographische Lage, sein geometrischer Typ (Punkt, Linie oder Fläche) und Sachbeschreibungen (Attribute) zugeordnet. Das DLM ist Teil des Amtlich Topographisch-Kartographischen Informationssystems (ATKIS®) und bildet die Grundlage für die Herstellung der Topographischen Karten.

  • Topographische Karten (TK)
    Topographische Karten stellen den sichtbaren Teil der Erdoberfläche dar. Das Gelände wird in Form von Höhenlinien und Schummerungen wiedergegeben. Die Topographischen Karten gibt es in den Maßstäben 1:25.000, 1:50.000, 1:100.000 und 1:500.000 – digital als Rasterdaten und analog als Papierkarte.
    Derzeit werden die Topgraphischen Karten auf den neuen Blattschnitt der Amtlichen Topographischen Karte (ATK) in den Maßstäben 1:25.000 und 1:100.000 flächendeckend für ganz Bayern umgestellt.

  • Digitale Ortskarte (DOK)
    Die Digitale Ortskarte (DOK) ist ein "Stadt- und Ortsplan" von ganz Bayern im Maßstab 1:10.000. Sie wird im Rasterdatenformat abgegeben. Neben topographischen Objekten enthält die DOK alle Straßennamen und Points of Interest (Schulen Museen, etc.) sowie alle Einzelhäuser (abgeleitet aus der Digitalen Flurkarte). Sie setzt sich aus 32 Rasterebenen zusammen, die individuell kombiniert werden können.

  • Uraufnahmen und Positionsblätter
    Die Uraufnahmen sind die ersten Flurkarten Bayerns und in den Jahren 1808 bis 1864 entstanden. Sie liegen in unterschiedlichen Maßstäben vor. Bayernweit existieren ca. 24.000 Kartenblätter sowie ca. 3.000 Stadt- und Ortsblätter.
    Neben den Kataster-Uraufnahmen wurde das Gebiet Bayerns in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts topographisch aufgenommen und in sogenannten Positionsblättern im Maßstab 1:25.000 kartiert.

  • Digitales Geländemodell (DGM)
    Das Digitale Geländemodell (DGM) ist eine dreidimensionale modellhafte Darstellung der Erdoberfläche. Das Gelände wird hierbei in einem regelmäßigen Gitter beschrieben. Im DGM5 beispielsweise beträgt die Gitterweite 5m, wobei jedem Gitterpunkt neben seinen Lagekoordinaten auch eine Geländehöhe zugeordnet ist. Die verfügbaren Gitterweiten reichen von 200m bis 1m. Das DGM wird aus Laserscanning-Befliegungen abgeleitet und liegt in den Gitterweiten bis 1m flächendeckend vor.

  • Luftbilder
    Luftbilder sind hochauflösende fotografische Senkrechtaufnahmen der Erdoberfläche. Als fotografisches Abbild der Landschaft enthalten sie eine Fülle von Informationen und sind daher vielfältig einsetzbar. Dank ihrer hohen Informationsdichte stellen Luftbilder eine unerschöpfliche und wertvolle Quelle zur Planung, Dokumentation und Erforschung unseres Lebensraumes dar und ermöglichen historische Vergleiche.
    Bis 2002 wurde die Landesfläche überwiegend in Schwarz-Weiß beflogen. Ab 2002 wird die systematische, im 3-Jahresturnus durchgeführte Bayernbefliegung ausschließlich in Farbe durchgeführt. Ab 2009 stehen mit der Einführung der digitalen Aufnahmetechnik auch CIR-Luftbilder zur Verfügung. Diese setzen sich aus dem Wellenbereich des nahen Infrarots und den Farbkanälen Rot und Grün zusammen. Die CIR-Luftbilder werden z. B. für Natur- und Umweltschutzaufgaben, zur Biotop-Kartierung sowie zur Interpretation und zum Monitoring der Vegetation verwendet.

  • Orientierte Luftbilder
    Für Luftbilder aus der Bayernbefliegung stehen ab dem Jahr 2003 zusätzlich die Orientierungselemente zur Verfügung. Die orientierten Luftbilder können z. B. für eine stereoskopische Auswertung (3D-Erfassung) verwendet werden, da die genaue Position der Luftbildkamera mit ihren Orientierungen zum Zeitpunkt der Aufnahme exakt bestimmt wurde.

  • Digitale Orthophotos (DOP)
    Digitale Orthophotos sind entzerrte Luftbilder. Sie stellen die Landschaft naturgetreu dar und erlauben eine maßstäbliche und lagerichtige Wiedergabe des abgebildeten Geländes. Sie liegen in Echtfarben (Rot, Grün, Blau) vor, die Bodenpixelgröße beträgt 20 cm. Mit der seit 2009 durchgeführten Befliegung mit digitalen Luftbildkameras lassen sich auch digitale Color-Infrarot-Orthophotos (CIR-DOP) herstellen, in denen sich die verschiedenen Vegetationsarten deutlich hervorheben. Sie liegen flächendeckend für Bayern vor.

  • Historische Luftbilder
    Das Bayerische Landesluftbildarchiv im Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung enthält ca. 850.000 analoge und ca. 150.000 digitale Luftbilder. Davon stammen ca. 64.000 Aufnahmen von englischen und amerikanischen Aufklärungsflügen der Jahre 1941 bis 1945, die sogenannten Luftbilder der Alliierten. Für große Teile Bayerns (nicht flächendeckend) liegen sie in unterschiedlichen Aufnahmequalitäten vor.
    Durch den Vergleich von Luftbildern verschiedener Befliegungsepochen lassen sich Zeitreihen eines bestimmten Gebietes darstellen.

  • Satellitenpositionierungsdienst (SAPOS®)
    SAPOS® ist der amtliche bundesweite Satellitenpositionierungsdienst der Vermessungsverwaltungen. Er verbessert die Genauigkeit beim Empfang von Signalen des amerikanischen GPS- und des russischen GLONASS-Systems durch ein flächendeckendes Netz von Beobachtungsstationen. SAPOS® bietet verschiedene Genauigkeitsstufen zwischen 3 Metern und 1 Zentimeter. Die SAPOS®-Referenzstationen werden im Amtlichen Festpunktinformationssystem (AFIS®) geführt. AFIS® enthält Informationen des geodätischen Raumbezugs, insbesondere zu den Lage-, Höhen- und Schwerefestpunkten der Deutschen Landesvermessung.
  • Fahrzeugpositionierungsservice Bayern (FPS)
    Der Fahrzeugpositionierungsservice FPS Bayern ist ein Korrekturdatendienst, der speziell auf die Bedürfnisse der modernen Landwirtschaft zugeschnitten ist. Satellitengestützte Parallelfahreinrichtungen in modernen Landmaschinen erhalten über FPS die zur Echtzeitpositionierung nötigen Korrekturdaten. Der Landwirt erreicht damit die notwendige Genauigkeit von ca. 3 cm. Die exakte Positionsbestimmung ermöglicht ihm die Sammlung und Auswertung ortsspezifischer Daten und ein exaktes und präzises Agieren mit den Landmaschinen. Durch den exakten, amtlichen Raumbezug sind einmal festgelegte Positionen auch in der Zukunft exakt auffindbar.
Ein Großteil der Geobasisdaten der Bayerischen Vermessungsverwaltung kann über verschiedene Bestellanwendungen und Viewingdienste online bestellt und direkt heruntergeladen beziehungsweise visualisiert werden.

Weitere Informationen erhalten Sie beim Kundenservice der Bayerischen Vermessungsverwaltung
Telefon: 089/2129-1111
Fax:       089/2129-1113
E-Mail:   service(@)geodaten.bayern.de

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